Archiv der Kategorie: Allgemein

Kampagne »Aufstehen gegen Rassismus« Uelzen stellt sich vor

Im Juni 2016 hat sich in Uelzen ein „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ gebildet. Zu diesem Bündnis gehören unterschiedliche Gruppierungen aus DGB und verschiedenen Einzelgewerkschaften, Sozialverbänden, evangelischem Kirchenkreis, verschiedenen politischen Parteien, Jusos, zivilgesellschaftlichen Gruppen wie das Frauen- und Kinderhaus e.V., Antifaschistischer Aktion Lüneburg/Uelzen, das Uelzener Bündnis gegen Rechts und Einzelpersonen. Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen in dieser Breite ist eine Premiere für Uelzen.

Die verschiedenen Teilnehmer*innen beobachten eine politische Entwicklung, die die Demokratie und Solidarität in der Gesellschaft massiv bedroht. Diskriminierung und Hetze gehören inzwischen zum Alltag und gefährden unser friedliches Zusammenleben. 2015 gab es mehr als tausend rassistische Angriffe auf Flüchtlingsheime, allein in Niedersachsen zwölf Mal so viel wie im Vorjahr. Islamfeindliche Übergriffe nehmen zu. Erschreckend viele Menschen beteiligen sich an fremdenfeindlichen und rassistischen Demonstrationen. Einen wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung hat die „Alternative für Deutschland“ (AfD). Sie stellt Flucht und Zuwanderung als enorme Bedrohung dar und schürt gezielt Ängste vor „Überfremdung“ und „dem Islam“. Sie wird zunehmend zum Sammelbecken für Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und anti-muslimische Hetze und hat sich an vielen Orten zum Zentrum der extremen Rechten entwickelt.

Als Bündnis für Demokratie und Toleranz erteilen wir rassistischer und nationalistischer Hetze eine klare Absage. Wir setzen uns ein für eine demokratische und solidarische Gesellschaft, in der Platz für alle Menschen ist und in der die Menschen friedlich zusammenleben können – unabhängig von Herkunft, Geschlecht und Religion. Egal, welche Weltanschauung und sozialen Status sie haben oder ob sie Männer oder Frauen lieben. Im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Aufstehen gegen Rassismus“ werden wir vom 06. August bis 10. September 2016 – jeweils Samstags von 10:00 bis 13:00 Uhr – mit Infoständen und Aktionen in der Fußgängerzone unsere Position für eine weltoffene, pluralistische, multikulturelle Gesellschaft darstellen und für Gespräche mit Interessierten offen sein. Die aktuelle politische Situation stellt uns alle vor viele Fragen und ist eine Herausforderung, ehrliche und tragfähige Antworten zu finden: Nachdenken – umdenken – neu denken.

Mehr Informationen auf: https://aufstehen-uelzen.de/

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„Wie kann man heute erzählen, schildern, spüren lassen und vermitteln, was in Auschwitz-Birkenau geschah?“

Hedy Bohm und Eva Pusztai-Fahidi haben sich das zur Lebensaufgabe gemacht.

Auf der Rampe von Auschwitz entschied sich das Schicksal von Eva Pusztai-Fahidi und Hedy Bohm. Im Alter von 18 bzw. 16 Jahren verloren sie binnen Minuten ihre Familien, die sofort in den Gaskammern umgebracht wurden. Hedy Bohm und Eva Pusztai-Fahidi wurden als Zwangsarbeiterinnen in Munitionsfabriken nach Deutschland verschleppt.
Sie haben überlebt, weil die Alliierten die Mordmaschinerie der nationalsozialistischen Vernichtungs- und Konzentrationslager kurz vor ihrem eigenen Sterben gestoppt haben. Beiden ist es ein Anliegen, deutlich zu machen, dass der Hass ein ganz abscheuliches Gefühl ist und Menschen aus Angst hassen. Wer seine Angst hinter sich lassen kann, muss nicht mehr hassen.

Montag, 27. April 2015
19:00 Uhr
Ratssaal, Rathaus
Herzogenplatz 29525 Uelzen

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Autorenlesung „28 Tage lang“ mit David Safier im Uelzener Rathaus

Der vielfach ausgezeichnete Autor David Safier kommt mit seinem „Herzensprojekt“ nach Uelzen.

David Safier auf der Leipziger Buchmesse 2014 bei der Vorstellung seines Romans "28 Tage lang"

David Safier auf der Leipziger Buchmesse 2014 bei der Vorstellung seines Romans “28 Tage lang”
Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Amrei-Marie

Der Roman erzählt die Geschichte des Aufstands im Warschauer Ghetto im Jahr 1943. Durch eine drei Meter hohe Mauer waren 500 000 Kinder, Frauen und Männer auf engstem Raum eingekesselt. Ab Juli 1942 wurden täglich 7000 Menschen in die Gaskammern von Treblinka deportiert.

David Safier schreibt im Stil eines Spannungsromans, in dem er die 16jährige Mira als Heldin in den Mittelpunkt stellt. Sie wird immer wieder vor die Fragen gestellt: „Was würdest du tun, um zu überleben? Würdest du dein Leben für andere opfern, oder würdest du andere für dein Leben opfern?“ Kurzum: „Was für ein Mensch willst du sein?“

Mittwoch, 04. März 2015
18:00 Uhr
Ratssaal, Rathaus
Herzogenplatz 29525 Uelzen

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Uelzener AfD relativiert Nationalsozialismus und diffamiert Kritiker_innen

In einer öffentlichen Stellungnahme[1] unter dem Titel „Etablierte Sturmabteilung“ benutzt die Uelzener AfD einen historischen Vergleich, der einzig der Verharmlosung und Banalisierung der nationalsozialistischen Gewalttaten unter Federführung von Hitlers SA dienen kann.
In der politischen Auseinandersetzung inszeniert sich die AfD als Opfer, damit verhöhnt sie im Ergebnis das Leid der Opfer des Nationalsozialismus. Diese Wortwahl ist bei der AfD tägliche Praxis: Wie selbstverständlich spricht der Bundessprecher Bernd Lucke nach der letzten Bundestagswahl von „Entartung von Demokratie und Parlamentarismus“.

Aus Sicht der AfD handeln ihr Kritiker_innen, wie zum Beispiel das Uelzener Bündnis gegen Rechts, im Auftrag und unter dem Schutz der etablierten Parteien und Gewerkschaften.

Wir hoffen, dass sich Zivilgesellschaft und demokratische Parteien intensiv und kritisch mit dem Gedankengut dieser zumindest rechtspopulistischen Partei befassen.

[1] http://afd-uelzen.de/index.php/aktuell/177-etablierte-sturmabteilung, (s. https://web.archive.org/web/20160126084722/http://afd-uelzen.de/index.php/aktuell/177-etablierte-sturmabteilung)

PM: Rechtspopulismus im Vorfeld der Europawahl

Soziologe Andreas Kemper stellt sein Buch »Rechte Euro-Rebellion« vor

Das Uelzener Bündnis gegen Rechts hat den Soziologen und Publizisten Andreas Kemper zur Vorstellung seines 2013 erschienenen Buches »Rechte Euro-Rebellion« eingeladen.

In dem Buch geht es um die kritische Auseinandersetzung mit der „Alternative für Deutschland“ (AfD).

Auch wenn die AfD erst 2013 gegründet wurde, sind ihre Protagonisten keine Unbekannten: Bereits 2005 haben sie nach den Hartz-IV-Gesetzen weitere Einschnitte in das sozialen Netz gefordert.

Der Parteivorsitzende Bernd Lucke bezeichnete Migranten öffentliche als „sozialen Bodensatz“. Der Bundessprecher Konrad Adam stellt ein allgemeines, gleiches Wahlrecht in Frage.

Die AfD rechnet sich gute Chancen aus, in das Europäische Parlament einzuziehen.

Wie kann mensch auf eine Partei reagieren, die mit offenen Nazis nichts zu tun haben möchte, aber durchaus Personen aus der extremen Rechten einen Platz bietet?

Andreas Kemper, der aus einer Arbeiterfamilie stammt, forscht und publiziert u.a. zu den Themen Klassendiskriminierung, organisierter Antifeminismus und Sarrazin-Debatte.

Dienstag, 13. Mai – 19:00 Uhr

Selbstorganisiertes Zentrum (SoZ)

Ringstraße 27b

29525 Uelzen

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Rechte Euro-Rebellion

Buchvorstellung und Inforveranstaltung
»Alternative für Deutschland« (AfD)

Erst im Frühjahr 2013 als vermeintliche Anti-Euro-Partei gegründet und bereits im September letzten Jahres nur knapp am Einzug in den Bundestag gescheitert – die Aufstiegsgeschichte der “Alternative für Deutschland” (AfD) ist durchaus ungewöhnlich rasant und nicht minder gefährlich.

Dienstag, 13. Mai 2014 – 19:00 Uhr
Selbstorganisiertes Zentrum (SoZ)
Rignstraße 27b
29525 Uelzen

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Lesung „Uelzen im Nationalsozialismus“

Mitglieder des Uelzener Bündnis gegen Rechts werden am Freitag, den 28.03.2014 um 19 Uhr einige Auszüge aus der zweiten Auflage ihres Buches „Uelzen im Nationalsozialismus – Wege gegen das Vergessen“ vortragen.

Freitag, 28. März, 19.00 Uhr
Petri-Gemeinde, Osterstraße, Uelzen

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Wendland: Kein Ort für Nazis!

Infoveranstaltung zu rechten Strukturen im Wendland

Rechte Strukturen in der Region. Auch bei uns gibt es sie: Jung- und Altnazis, alte Ssler, NPD-Wähler_innen, Naziprolls, rechte Rocker, Heimatschützer_innen und andere. Ob NPD-Kandidat_in, Türsteher, Securitydienste, dein_e Klassenkamerad_in oder Nachbar_in. Sie organisieren Treffen, Veranstaltungen, rechte Konzerte oder belästigen und bedrohen ihre Mitmenschen.

Drei Referenten mit langjährigen Erfahrungen in der Arbeit gegen Rechts geben einen fundierten Überblick über rechte Strukturen im Raum Uelzen/Lüneburg, Altmark und dem Wendland und bieten im Anschluss die Möglichkeit für gegenseitigen Austausch.

Infoveranstaltung
21. Februar 2014
19:30 Uhr
Platenlaase

Ab 19 Uhr gibt es leckeres Essen (vegan) zur Finanzierung der Veranstaltung.

Es laden ein: Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen, AZ Kim Hubert Salzwedel, Bild & Ton, Bioladen Oikos, Bioladen Hielscher, BI Umweltschutz e. V., Cafe Kollektiv Diahren, Delfina-Grundrechte, DER ROTE FADEN, Ermittlungsausschuss Wendland, Freie Bühne Wendland, Gorleben Archiv, KIEZ e. V., Kommunikationszentrum Meuchefitz, Kulturelle Landpartie e. V., Kulturverein Platenlaase, KURVE Wustrow, Mediationsteam Wendland/Altmark e. V., Nadine Werner Buch- und Papiergestaltung, Pfoten & Co., Sanitätshaus Brunsmeier, Schwarzer Hahn, Sprechzimmer, TischlerMeister Reinecke, Wendawatt, Wendland Connection, Wendland Kommunen.

Heinrich Wieszceczynski – Ermordet am 15. Januar 1943 in Uelzen

Heinrich Wieszceczynski wurde am 9. Oktober 1919 als Sohn einer polnischen Einwandererfamilie in Wanne/Westfalen geboren. Nach seinem Schulabschluss erlernte er das Schlosserhandwerk. Als Zwanzigjähriger musste er ab 1939 als Mensch 2. Klasse Zwangsarbeit leisten. In Uelzen arbeitete er auf dem Güterbahnhof für die Reichsbahn.

Nach einer Handgreiflichkeit mit einem Arbeitskollegen am 16. Oktober 1942 schaltete Bürgermeister Farina die Gestapo Lüneburg ein. Das Einschalten der Gestapo war gleichbedeutend mit einem Todesurteil. Noch am gleichen Tag wurde Wieszceczynski in das Lüneburger Gerichtsgefängnis gebracht. Nachdem seine „slawische“ Abstammung durch das Reichssicherheitshauptamt bestätigt wurde, erfolgte am 15. Januar 1943 ohne Gerichtsverfahren die Sonderbehandlung, d.h. Hinrichtung, an einem primitiven Galgen durch die Gestapo auf Uelzener Stadtgebiet in Anwesenheit Uelzener Polizeibeamter. Zur Abschreckung wurden alle polnischen Zwangsarbeiter/innen der Region an seinem Leichnam vorbeigeführt. Entgegen dem üblichen Verfahren der Todesanzeige durch die Gestapo, zeigte Bürgermeister Farina selbst den Tod mit Angabe der Todesursache „Tod durch Erhängen“ schriftlich beim Standesamt an. Der Leichnam von Heinrich Wieszceczynski ging an das anatomische Institut des Universitätsklinikums Eppendorf. Über den Tod ihres Kindes haben die Eltern nie eine Nachricht erhalten.

Bis heute sind wir erschüttert über den Rassenhass und die brutale Gewalt, die dem 23-jährigen Mann erst die Würde und dann das Leben nahm.

Wir hoffen, dass die Stadt Uelzen eine würdige Form des Gedenkens für Heinrich Wieszceczynski findet.

Uelzener Bündnis gegen Rechts, 9. Januar 2014